
Berlin. Am 20. April beginnt in Schwetzingen offiziell die Spargelsaison. Spargel und Schlossgarten machen die Kurpfalzperle weltberühmt. Der Spargelhype kommt auch in Berlin an.
Von Frank Bürger
Am Samstag, 20. April, ist es wieder soweit! Oberbürgermeister Dr. René Pöltl läutet gemeinsam mit der scheidenden Hoheit Anna I. und der zu diesem Anlass neu gekrönten Spargelkönigin Emilia I. mit dem traditionellen Spargelanstich offiziell die Schwetzinger Erntesaison 2024 auf dem Spargelhof Schuhmacher (Im Forst 2) ein. Beginn ist um 14 Uhr.
Als Ehrengast wird Sterneköchin Hedi Rink (ehem. Restaurant „Urgestein“, Neustadt an der Weinstraße) die Gäste begrüßen. Mehrere Unternehmer bieten kulinarische Schmankerl rund um den Spargel an. Die Schwetzinger Landfrauen verwöhnen mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee die Besucher. Beim Flechten von Spargelkörben und weiteren Korbprodukten kann man einem Korbflechter vor Ort über die Schulter schauen. Für ein kleines musikalisches Rahmenprogramm durch die Band „Alive Vocals“ vor Ort ist gesorgt.
Der Spargelhype setzt sich auch in Berlin fort. So nahm sich Pfarrer Oskar Hoffmann von der Weihnachtskirche dem Thema an.

Gleich wird nun von der Evangelischen Kirchengemeinde Siemensstadt eine Spargelfahrt angeboten, die auch an der Weihnachtskirche Halt macht.

Auch unsere Familie hatte einen Spargelacker, nicht unweit des Spargelhofs Schuhmacher. Und immer mehr nimmt das geplante Stadt- und Spargelmuseum Formen an. Da stehen die Deutsch-Polnischen Nachrichten im engen Kontakt mit dem Schwetzinger Museumsleiter Lars Maurer.
Das Rothacker‘sche Haus, 1719 noch als Wohnhaus gebaut, war kurze Zeit später bereits namensgebendes Gasthaus für die Wildemannstraße (die vorher Hintere Gasse hieß). Einer der bekanntesten Gastwirte war später Daniel Helmreich, der erste Bürgermeister Schwetzingens.
Später war das Haus als Brauerei „Zum Zähringer Löwen“ Teil der reichen Brauereitradition der Stadt. Der Schreinermeister Adolf Rothacker schließlich gab dem Haus 1921 den Namen und nach einem Großbrand 1925 auch die heutige Gestalt. Nach dem Erwerb durch die Stadt 1984 wurde es bis Anfang des 21. Jahrhunderts noch als Wohngebäude und Obdachlosenunterkunft weitergenutzt, später hatte der Künstler Otto Mindhoff darin sein Atelier. 2006 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.
Das historisch wertvolle Gebäude wird komplett saniert, durch einen Anbau erweitert und zum neuen Spargel- und Stadtmuseum mit Touristeninformation umgewandelt.
Für die im Bestand entstehenden Museumsbereiche ist eine Teilklimaanlage vorgesehen. In dem Neubau ist ein Museumsbereich vorgesehen, der entsprechend seiner Nutzung eine Vollklimatisierung erhält. Weiterhin ist für die im Erdgeschoss vorgesehene Küche mit dem zugehörigen Gastraum eine entsprechende Lüftungsanlage vorgesehen. Die Erzeugung der notwendigen Heiz- und Kühlenergie erfolgt mittels erneuerbarer Energie. Die Warmwassererzeugung erfolgt auf Basis einer Frischwasserstation
(Quelle: Hasenkox Ingenieurgesellschaft mbH)
Die Deutsch-Polnischen Nachrichten haben auch die zweite weltberühmte Kostbarkeit im Blick: den Schwetzinger Schlossgarten.
Da kommt man an der Heidelberger Romantik nicht vorbei.

Am 17.Mai 1807 um 4 Uhr in der Früh‘ fuhr Joseph von Eichendorff „mit Herzklopfen durch das schöne Triumphtor in Heidelberg ein, das eine über alle unsere Erwartungen unbeschreibliche, wunderschöne Lage hat“. Er hat das dann auch so in seinem Gedicht „Einzug in Heidelberg“ verarbeitet.
Nun gibt es auf Anfrage bei Lars Maurer neue Erkenntnisse:
Ich kann Ihnen nur das sagen, was Susan Richter in ihrem Aufsatz „Schwetzingen und seine Bedeutung im Spiegel von Reisebeschreibungen, Abbildungen und Dichtung“ (Schwetzingen. Geschichte(n) einer Stadt, Bd. 1, S. 158) geschrieben hat:
„Der Schwetzinger Garten zog seit dem Ende des 18. Jahrhunderts neben anderen Künstlern bis heute auch immer Schriftsteller an. Der Eindruck von der Anlage war oft so überwältigend, dass er motivisch Eingang in ihr Werk fand. Neben Schiller, der außer den bereits erwähnten Gartenbeschreibungen des „Thalia-Fragmentes“ auch dem Apollotempel in einem Distichon ein Denkmal setzte, wählte der junge Romantiker Eichendorff die Schwetzinger Anlagen in seiner 1816/17 erschienenen Novelle „Das Marmorbild“ zum Schauplatz der Verwandlung einer Venusstatue in die Liebesgöttin.“
Susan Richter (* 1971 in Karl-Marx-Stadt ist eine deutsche Historikerin.
Von 1994 bis 2002 studierte sie Geschichte und Germanistik an der Universität Heidelberg (2002 Magister Artium in Geschichte und Germanistik). Nach der Promotion 2007 im Fach neuere Geschichte an der Universität Heidelberg (Betreuung durch Eike Wolgast, Zweitgutachter: Thomas Maissen) war sie seit April 2008 Nachwuchsgruppenleiterin einer vierköpfigen Forschergruppe im Exzellenz-Cluster „Asia and Europe“; Projekt A4: „The Fascination of Efficiency. Migrating Ideas and Emerging Bureaucracies since the Early Modern Era“. Nach der Erteilung der venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte 2013 vertrat sie bis 2019 im Rahmen einer Langzeitvertretung den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Heidelberg. Seit 2019 ist sie Professorin für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Kiel. Einen Ruf an die Universität der Bundeswehr in München auf die Professur für die Geschichte der Frühen Neuzeit hat sie 2020 abgelehnt.
(Quelle: Wikipedia)
