Mit Paulus zu den Höhepunkten christlicher Kultur

Der überlebensgroße Paulus in Beröa, heute Veria. Fotos: Traugott Schächtele

Freiburg. „Mit Paulus zu den Höhepunkten christlicher Kultur“ – unter dieser Überschrift hatte Jeff Klotz von Eckartsberg eine achttägige Studienfahrt nach Griechenland ausgeschrieben. Ich durfte die Reise als theologischer Informant und Hinweisgeber auf Paulus begleiten. Jeff Klotz von Eckartsberg ist Verleger, Autor und Anbieter von hochwertigen Studienreisen und hat auch das Buch zu „Kloster Götschendorf“ verlegt, das in der zweiten Auflage nun erscheint.

Von Traugott Schächtele

Ich durfte die Reise als theologischer Informant und Hinweisgeber auf Paulus begleiten. Das Programm war dicht gefüllt und führte eine 18köpfige Gruppe von Thessaloniki über Delphi nach Alt-Korinth und Athen. Die antike Welt, voll pulsierender Religiosität wurde uns vor allem in Delphi, aber auch sonst immer wieder vor Augen geführt. Welche Leistung und welchen Mut Paulus hier bewiesen hat, seinen Gottesglauben unter Verweis auf die eigene Christusbegegnung unter die Menschen zu bringen, konnten wir zumindest etwas nachvollziehen. Dabei war uns bewusst: Paulus hat Europa eine neue Richtung gegeben, von der wir bis heute profitieren. Paulus begegnete uns als Theologe und Disputant, als Konfliktmoderator in Korinth, als Hofierter und Verfolgter, als Autor und als Zeuge seines Glaubens, den er am Ende mit dem Martyrium bezahlt. Vielleicht müsste sich eine Reise auf den Spuren des Paulus in Rom anschließen!

Der Blick in das Innere der Rotunde des Galerius, mitten in Thessaloniki gelegen. Erbaut am Beginn des 4. Jahrhunderts, ist sie eines der bedeutendsten Baudenkmäler römischer Architektur in Europa, bestenfalls dem Pantheon in Rom vergleichbar. Womöglich als Mausoleum für Konstantin gedacht, war sie Kirche, Moschee und heute archäologische Gedenkstätte. Unsere täglichen gedanklichen Begegnungen mit Paulus nahmen hier ihren Anfang.

Der überlebensgroße Paulus in Beröa, heute Veria, wo seine Predigt weniger Konflikte verursachte als kurz zuvor bei den Thessalonichern.

Ab dem 11. Jahrhundert werden nach und nach die sogenannten Meteoraklöster (von „schwebend“) errichtet, 24 insgesamt, 6 sind bis heute bewohnt. Zwei dieser Orte einer alten Glaubenstradition konnten wir besichtigen.

Die Puzzle-Teile der Gallio-Inschrift im Museum von Delphi. Aus den Angaben dieses Briefes des Kaisers Claudius, Mitte 1. Jahrhundert, an die Bewohner der Stadt Delphi lässt sich die Amtszeit des Prokonsuls Gallio, einem Bruder des Philosophen Seneca, erschließen –  und damit der wahrscheinliche Zeitraum des Aufenthalts von Paulus in Korinth (Herbst 49 bis Frühjahr 51)

Der Eingang zum Stadion in Epidauros, dem wichtigsten Heiligtum des Heilgottes Äskulap. Das Motiv der Schlange finden wir auch bei Mose.

Eindrücke aus Alt-Korinth, Teile eines Gebäudes sowie ein Stück der ehemaligen Prachtstraße, heute würde man von einer Flaniermeile sprechen. Paulus wird auf diesen Steinen gegangen sein.

Der Tempel des Poseidon, des Meeresgottes, aus dem 5. Jh., des Meeresgottes; Aigeus (Namensgeber der Ägäis) soll sich hier ins Meer gestürzt haben.

Der bedeutendste Ort Athens, die Akropolis! Hier der Blick auf den Parthenon, der Tempel der Stadtgöttin Pallas Athena, nicht weit davon findet sich der Areopag, hier hat Paulus mit Philosophen der Stoa und Anhängern Epikurs disputiert.

Immer wieder wurde der Bus zum Hörsaal und es gab die tägliche Ration Paulus – so wurden die langen Fahrstrecken gut genutzt.

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