Rückkehr

Albert Schweitzer im Fokus…Frank Bürger (links) mit Onkel Hellmut in Basel

Berlin. Die Begegnung mit „Onkel Hellmut“ in Basel war eines der Höhepunkte 2023. Er ist ein Freund Albert Schweitzers. Das ist auch Thema im Buch zu „Kloster Götschendorf“. Im Rahmen des Seniorennachmittags der Evangelischen Kirchengemeinde Schwetzingen am 5. Februar 2024 von 15 Uhr bis 16.30 Uhr ist Schweitzer ein Thema.

Von Frank Bürger

Der Weg von Berlin nach Basel ist ein weiter. Doch wann gibt es noch die Möglichkeit jemanden zu treffen, der dem Genius Albert Schweitzer persönlich in die Augen geschaut hat. Und was die Wenigsten wissen: Albert Schweitzer weilte einmal bei der Familie Cramm in Schwetzingen. „Onkel Hellmut“ holte Albert Schweitzer vom Bahnhof in Mannheim ab und brachte ihn nach einer halben Stunde wieder zurück. Sie wohnten damals in der Carl-Theodor-Straße. Die Urgroßeltern von Carla Thompkins hatten die Wohnung 1870 gemietet. Die ersten Kapitel ihrer Biografie widmet sie der Festspielstadt, die auch ihren Onkel prägte.

Noch dazu wird nun deutlich: In den 50er Jahren gab es einen „Albert-Schweitzer-Club“ in der Festspielstadt.

Ich hatte vor dem Besuch in Basel über Verwandte anfragen lassen bei Geschichtskennern der Stadt: Doch davon wusste niemand etwas. Hellmut Cramm ist auch heute in seiner Baseler Wohnung sehr erstaunt. „Das kann doch nicht sein“, sagt er leise.

Aber irgendwie klar…die Sponsoren kamen aus den Vereinigten Staaten, hatten keine Schwetzinger Wurzeln. Er betrachtet nachdenklich eine Zeichnung von Schweitzer. „Er hat sie mir geschenkt“, berichtet er. Und er ist sehr stolz auf sie. „Onkel Hellmut“ studierte in Basel. Er erlebte die Neuordnung des Hebel-Gymnasiums und lächelte dabei. Ein Kreis von fünf, manchmal sechs Studenten begannen sich für Albert Schweitzer zu interessieren.

Auch die Begegnungen in Gunsbach waren besondere.

In Kayserberg geboren, kommt er mit sechs Monaten 1875 nach Gunsbach. Sein Vater ist dort 50 Jahre lang Pfarrer bis 1925. 1928 baut Albert Schweitzer sein Haus in Gunsbach, wo er sich während seiner langen Aufenthalte in Europa erholt.

Es ist so geblieben, wie der Doktor es 1959 bei seinem letzten Aufenthalt in Europa verließ. Man kann dort sein Arbeitszimmer, sein Schlafzimmer, sein Klavier, das Friedensnobelpreisdiplom (1952), diverse Erinnerungsstücke aus Afrika sehen. L’Association Internationale pour l’œuvre du Docteur Albert Schweitzer de Lambaréné (AISL) machte daraus das Zentralarchiv und das Albert Schweitzer Museum.

„Wir waren öfters in Straßburg und Gunsbach. Dort saßen wir bei Schweitzer im Garten, wir lauschten auch seinem Orgelspiel“, so Hellmut Cramm.

Verbindendes Glied war der Schwetzinger Kantor Ernst Wacker. Bereits als Jugendlicher wurden ihm in Edingen bei Heidelberg Organisten- und Chorleiterdienste in der Heimatgemeinde übertragen. Wacker erhielt als Schüler Orgelunterricht bei Ludwig Mayer, dem Kantor der Mannheimer Trinitatiskirche und legte 1943 am humanistischen Gymnasium in Heidelberg seine Abiturprüfung ab. Nach zweijährigem Kriegseinsatz nahm er 1945 das Studium am Kirchenmusikalischen Institut in Heidelberg auf. Zu seinen Lehrern gehörten u.a. Poppen, Fortner und Siegfried Hermelink; von letzterem empfing er starke Impulse für seine eigenen Forschungen zum Werk Bachs. Begleitend studierte er Musikwissenschaft und Theologie an der Universität Heidelberg. Mit seinem Kommilitonen Enrico Raphaelis, dem langjährigen Bezirkskantor in Lörrach, verband ihn eine lebenslange Künstlerfreundschaft. Nach einer ersten Kantorenstelle in Schwetzingen wurde Ernst Wacker 1959 die neu geschaffene Bezirkskantorenstelle an der Stiftskirche in Lahr übertragen.

Diese Forschungen brachten ihn und die fünf Studenten mit Albert Schweitzer zusammen.

Und folgende Worte richtete Onkel Berti an Hellmut: „Es sind nun schon einige Jahre her, dass du und dein Freund bei mir im Garten in Gunsbach gezeltet habt. Du hattest damals so viele Fragen, und ihr habt auf meinem Handklavier gespielt. Das war 1952. Dann gingst du nach Amerika, nach Yale, warst sogar mit Martin Luther King im Gefängnis, weil du so ernsthaft mitmachtest. Habe gehört, sie nannten dich den deutschen Kennedy, was dir hoffentlich nicht zu Kopf gestiegen ist.  Dein Theologiestudium hast du dort abgeschlossen und auch brav Medizin draufgesetzt. Jetzt bist du wieder in der Kurpfalz und hast netterweise den ,Albert-Schweitzer-Club` in Schwetzingen gegründet, um meine Projekte zu unterstützen…“

Schwetzingen, ja, wie passend. Das Buch von Carla Thompkins war ein Geschenk von Klaus Hugler.  Über den Verein Polnisch-Deutsche Standortentwicklung in Schwedt gab es zahlreiche Projekte zu Albert Schweitzer, auch in der Schule.

Weltluft auch in Criewen. Foto:Carsten Becker

„Es ist 13 Jahre her. Da gab es in der Schlosskirche Criewen eine besondere Taufe. Sie gehört zu den Akzenten, die mein Leben prägten. Es war die Taufe meiner Tochter Anastasia in dieser Schlosskirche in der Uckermark. Wer hätte ahnen können, dass dieser Flecken Erde in meinem Leben eine besondere Rolle spielt. Hier lag die Liturgie in meinen Händen. In dieser so historisch besonderen Kirche fand zudem das Erteilen der Beauftragung zur Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung statt. Diese stand unter Leitung von Justus Werdin, dem späteren Ostbeauftragten der Landeskirche. Auch hier spielte Wolfgang Huber eine besondere Rolle.

Immer wieder hatten solche liturgischen Impulse auch gesellschaftliche Folgen. Das bedeutet die Entwicklung der Marke „Albert-Schweitzer-Tee“. Mit beteiligt waren Justus Werdin und Jürgen Lindner, Kantor des Evangelischen Johannesstifts Berlin. Die Teesorte wurde im Garten zu Greifenberg, in der Nähe von Angermünde angebaut.

30 Jahre lang war er Pfarrer in der Uckermark; nun rufen Berlin und Frankfurt/Oder: Pfarrer Dr. Justus Werdin wurde am 2. November 2016 in der Friedenskirche zu Frankfurt/Oder in sein Amt als Referent für Osteuropa und grenzüberschreitende Ökumene eingeführt.

Zum Einführungsgottesdienst luden das Berliner Missionswerk, der Evangelische Kirchenkreis Oderland-Spree und das Ökumenische Europa- Centrum Frankfurt/Oder ein. Dr. Werdin löste Pfarrer Wolfgang Iskraut ab, der das Amt bis Oktober ausübte.

Bei der Entwicklung des markenrechtlich geschützten Albert-Schweitzer- Tees war Justus Werdin maßgeblich und verantwortlich beteiligt. In Rücksprache mit der Albert-Schweitzer-Begegnungsstätte in Weimar hatte Jürgen Lindner, Kantor des Evangelischen Johannesstifts in Berlin, die Idee, eine eigene Marke zu kreieren. Über Vertreter aus Weimar erfuhren wir davon, dass Albert Schweitzer es liebte, in Lambarene mit einer Kanne Tee den Abend ausklingen zu lassen.

Über Inhalt und Geschmack soll später berichtet werden. Derzeit wird der Tee unter Obhut des stellvertretenden Superintendenten des Kirchenkreises Uckermark, Dr. Justus Werdin, nach Schweitzers Vorstellung liebevoll im uckermärkischen Greifenberg angebaut. Es ist gut, dass wir die Uckermark mit ihren Armutsproblemen und der Weite des Landes gewählt haben. Noch dazu befinden wir uns hier im Heimatland der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Einige Kilometer von Greifenberg entfernt hat der ausgeschiedene Ministerpräsident Matthias Platzeck eine Datsche. Im Sinne des ethischen Prinzips von der „Ehrfurcht vor dem Leben“ ist dies ein guter Platz für den Albert-Schweitzer-Tee.“

So ist es in meinem Buch zu lesen-

Über seinen Wohnort in Potsdam-Babelsberg gab es auch die Verbindung zu Prälat i.R. Traugott Schächtele. Das stärkte auch die Verbindung zu Schwetzingen.

So interpretierten Detlev Hesse und Jürgen Trinkewitz ein Lied aus der Feder Schächteles zum 200. Geburtstag der badischen  Landeskirche. Die Melodie stammt von meinem langjährigen Wegbegleiter Detlev Hesse, der gerade erst als Musikdirektor in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Traugott Schächtele war so auch für die badische Landeskirche bei meiner Ordination im August 2022 vor Ort. Zudem veröffentlicht er auch Bücher unter dem Dach des Klotz-Verlagshauses, unter dem auch die Betrachtungen zu „Kloster Götschendorf“ gehören.

Der Startschuss für das Pflanzen des Albert-Schweitzer-Tees ist gefallen. Ein entscheidender Impuls war das Gespräch mit Spandaus Bürgermeister Frank Bewig, der sich für die Idee offen zeigte.

So gab es auch eine Ortsbegehung mit Sybille Haerter in der Kita Haselhorster Damm. Sie ist Leiterin der Einrichtung. Hier soll ein Hochbeet aufgestellt werden. „Aber erst einmal muss das Totholz beseitigt werden“, erklärt die engagierte Leiterin der Kindertagesstätte neben der Evangelischen Weihnachtskirche Spandau.

Auch ein Besuch bei Spandaus Baustadtrat Thorsten Schatz zeigte weitere Möglichkeiten der Realisierung. Hier müssen noch Gespräche geführt werden.

Impulse kamen auch von Carola Brückner, der stellvertretenden Spandauer Bürgermeisterin.

Erzbischof Heiner Koch mit Carola Brückner. Foto: Frank Bürger

Auch an einen Anbau des Schweitzer-Tees in Nigeria ist angedacht. Hier wird es kurz nach dem Vortrag konkret.

„Nigeria nimmt dieses Jahr zum ersten Mal an der Fruit Logistica teil. AGB Paulas, Grimmer und Africa Tomorrow Plus e.V. sicherte sich für Nigeria einen Platz in Halle 26, Stand H. 90, wo landwirtschaftliche Produkte aus dem Land präsentiert werden.

Im Rahmen dieses Programms werden Delegierte aus Nigeria kommen, darunter der Landwirtschaftsminister, der Vorsitzende des Bundesrates, der Vorsitzende des Bundesparlaments, Gouverneure, Senatoren und andere Würdenträger.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte Nigeria im Oktober 2023, um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Nationen zu stärken, und im November 2023 besuchte Präsident Amed Bola Tinubu Deutschland.

Im Rahmen dieser historischen Beteiligung Nigerias an der Fruit Logistica Berlin ist am 08.02.24 ein Abendessen organisiert, um die Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Nigeria weiter zu stärken. Alle Delegierten aus Nigeria werden anwesend sein, die nigerianische Botschaft in Berlin wird anwesend sein und Geschäftsführer deutscher Unternehmen werden anwesend sein. Wir werden auch Gelegenheit haben, mit Albert-Schweitzer-Tee-Botschafter Kenneth Eze und einigen anderen potenziellen Investoren über Albert Schweitzer zu diskutieren“, so formuliert es Maria Müller von Africa Tomorrow Plus in einem Brief an politisch Verantwortliche.

Hier mehr zu Kenneth Eze und zu einer Veranstaltung im April, an der er teilnehmen will

Albert Schweitzer und Schwetzingen bedeutet auch eine politische Note. Der Schwetzinger Kantor Wacker machte Organistendienste in Edingen. Politisch interessant so auch die Nachbarschaft

Kaiserlich die Entwicklungen, mit denen die Tschira-Stiftung in Verbindung steht. Im Jahr 1972 gründen die fünf ehemaligen IBM-Mitarbeiter Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Klaus Tschira und Hans-Werner Hector das Unternehmen „Systemanalyse Programmentwicklung“ (SAP). Da ist der Weg zur Künstlichen Intelligenz kein weiter.

In einer bemerkenswerten Finanzierungsrunde hat das deutsche KI-Start-up Aleph Alpha von Investoren über 500 Millionen US-Dollar erhalten – umgerechnet 486 Millionen Euro entspricht. Angeführt wird die Finanzierung vom Risikokapitalgeber Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI), dem globalen Technologie-Riesen Bosch sowie der milliardenschweren Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)

Nicht unweit der Tschira-Stiftung liegt ja das Wohnhaus der einstigen österreichischen Kaiserin, auch der Liebling des bayerischen Königs Ludwig II. Musik spielt auch in Schwetzingen eine große Rolle. So drehte sich beim Neujahrskonzert der Schwetzinger Mozartgesellschaft alles um Sisy…

Ein Blick in das Impressum zeigt: Sitz im Grenzhöfer Weg 36. Wer kennt den Flecken Grenzhof. Hier hat der Autor immer wieder seinen Musiklehrer Werner Boll besucht, der nach Abschluss der theologischen Ausbildung den Weg in den Journalismus öffnete.

Der Autor vor dem Hauptsitz von Aleph Alpha in Heidelberg-Wieblingen

Im historischen Schwetzinger Hebelgymnasium befindet sich nun auch die Wegbeschreibung des Autors vom Gymnasium aus bis hin zum Kloster Götschendorf.

Seit September 2009 betreibt die Stadtbibliothek eine Zweigstelle im Erdgeschoss des Mensagebäudes des Johann-Peter-Hebelgymnasiums.

Der Autor des Textes ist Träger der Hebel-Gedenkmedaille der Stadt Schwetzingen und hat das Hebelgymnasium besucht, auch den Musikunterricht von Werner Boll.

Das Grabmal von Hebel befindet sich nur wenige 100 Meter von der Hauptstelle der Bibliothek entfernt.

Aber der Weg von Schwetzingen nach Berlin ist nicht weit. Dort ist Hasso Plattner, ein weiterer Gründer der SAP geboren, der eng mit Siebenbürgen verbunden ist. Die Deutsch-Polnischen Nachrichten befanden sich in Siebenbürgen auf Spurensuche.

Ein Wahrzeichen seines Schaffens ist das Museum Barberini im Zentrum der Stadt Potsdam…hier fand vor wenigen Tagen eine Spurensuche besonderer Art statt. Impressionismus und Edvard Munch. Edvard Munch war ein norwegischer Maler und Grafiker. Neben über 1700 Gemälden fertigte er zahlreiche Grafiken und Zeichnungen an. Munch gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne.

Fazit: Weltluft besonderer Art im Lutherhaus. Noch ein Anekdötchen.

In dem Vorgängergebäude des Lutherhauses hat Ludwig Ueltzhöffer monatlich beim Seniorennachmittag Vorträge gehalten. Aufgeschrieben hat er diese auf Streichholzschachteln…wie einst der Theologe Rudolf Bultmann-Und er hatte das Glück mit einem Ensemble einst eine Reise anzutreten und Carl Friedrich Benz ein Ständchen zu bringen…

Bürgermeister Kurt Waibel (3. v. r.) neben Ludwig (links daneben) und Opernsänger Georg Ueltzhöffer (rechts daneben)

Carl Friedrich Benz (* 25. November 1844 in Mühlburg als Karl Friedrich Michael Vaillant; † 4. April 1929 in Ladenburg) war ein deutscher Ingenieur und Automobilpionier. Sein Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1885 gilt als erstes praxistaugliches Automobil. Am 29. Januar 1886 meldete er seinen Motorwagen zum Patent an.

Aus seinem 1883 gegründeten Maschinenbau- und Automobilunternehmen Benz & Cie. entstand 1926 durch Fusion mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft die Daimler-Benz AG (heute Mercedes-Benz Group AG).

Carl Benz. Foto: Wikipedia

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