Begegnung in der Wüste

Israelische Puppen in der Wüste. Foto: Privat

Berlin. Am kommenden Sonntag, dem 27. August 2023 um 10 Uhr, gibt es in der Evangelischen Weihnachtskirche, Haselhorster Damm 54-58, 13599 Berlin einen besonderen Gottesdienst. Pfarrer im Ehrenamt Frank Bürger macht einen Dialog mit einer Puppe aus Israel (Barbara Herrberg). Inhalt: Zum Raum wird hier die Zeit

Von Frank Bürger

Es gilt das Sola Scriptura-Prinzip Martin Luthers. Allein das Wort.

Der Ausdruck sola scriptura (lateinisch für „allein durch die Schrift“) bezeichnet einen theologischen Grundsatz der Reformation und der reformatorischen Theologie, nach dem die Heilsbotschaft hinreichend durch die Bibel vermittelt wird und keiner Ergänzung durch kirchliche Überlieferungen bedarf. Daraus entwickelte die lutherische Orthodoxie in Anbindung an die lutherischen Bekenntnisschriften das Schriftprinzip.

Gemeinsam mit den Prinzipien sola fide („allein durch den Glauben“), sola gratia („allein durch Gnade“) und solus Christus („allein Christus“) bildet er die Grundsätze der Reformation.

XPH308462 Luther as Professor, 1529 (oil on panel) by Cranach, Lucas, the Elder (1472-1553); Schlossmuseum, Weimar, Germany; (add.info.: Luther als Professor; Martin Luther (1483-1546);); German, out of copyright

Den Predigttext für den Sonntag finden wir im Jesajabuch

17Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon  fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. 18 Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19und die Elenden werden wieder Freude haben am Herrn, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. 20Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, 21welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen. 22Darum spricht der Herr, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Jakob soll nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. 23Denn, wenn sie sehen werden die Werke meiner Hände – ihre Kinder – in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten. 24Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.

Barbara Herrberg (Orgel und Puppe) haben lange überlegt. Sie liebt das Puppenspiel, sie liebt die Musik. Es kommt zur Begegnung eines Geistlichen aus der heutigen Zeit  mit einer Puppe aus Israel. Grundlage des sich ergebenden spontanen Dialogs ist eine Heilungsgeschichte. Die Begegnung findet in der Wüste statt. Inspiriert wurden wir durch Predigtimpulse von Jürgen Kegler.

1964 machte Kegler das Abitur in Düsseldorf. Von 1964 bis 1965 studierte er Evangelische Theologie als Hauptfach in Heidelberg, von 1965 bis 1966 in Tübingen, 1965 in der Sommeruniversität in Toulouse, von 1966 bis 1968 in Heidelberg und von 1968 bis 1971 in Bonn. Nach dem 1. Theologischen Examen 1971 hatte er von 1972 bis 1974 ein Doktorandenstipendium, gleichzeitig studierte er Philosophie und Geschichte. Von 1974 bis 1977 war er wissenschaftliche Hilfskraft (bei Claus Westermann). Nach der Promotion 1975 zum Dr. theol. absolvierte er von 1975 bis 1977 die 2. Theologische Ausbildung (Lehrvikariat) in der Evangelischen Landeskirche in Baden. Nach dem 2. Theologischen Examen 1977 und der Ordination 1977 war er von 1977 bis 1984 wissenschaftlicher Assistent für Altes Testament (am Lehrstuhl von Hans Walter Wolff). Anschließend wurde er Pfarrer in Eppelheim. Von 1985 bis 2000 hatte er einen Lehrauftrag für Altes Testament an der Theol. Fakultät der Universität Heidelberg. 1996 wurde er Dekan des Kirchenbezirks Mosbach und Pfarrer an der dortigen Stiftskirche. 2000 wurde er zum Kirchenrat im Evangelischen Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Baden in Karlsruhe ernannt. 2003 wurde er zum Honorarprofessur der Universität Heidelberg ernannt. Seit dem 1. Oktober 2009 ist er im Ruhestand und hält weiterhin Lehrveranstaltungen an der Theologischen Fakultät.

2017 wurde Kegler zum Vorsitzenden des Ortsvereins Plankstadt der SPD gewählt.

(Quelle: Wikipedia)

Evangelium für den Sonntag ist die Perikope zur Taubstummenheilung im Markusevangelium.

31 Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte. 32 Und sie brachten zu ihm einen, der taub war und stammelte, und baten ihn, dass er ihm die Hand auflege. 33 Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und spuckte aus und berührte seine Zunge 34 und sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! 35 Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst, und er redete richtig.

36 Und er gebot ihnen, sie sollten’s niemandem sagen. Je mehr er’s ihnen aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. 37 Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden.

Hier beschäftigte ich mich mit Christian Möller in der Heidelberger Heiliggeistkirche mit dem Thema.

Christian Möller wurde am 29. April 1940 als Pfarrerssohn in Görlitz/Neiße geboren. Nachdem er dort von 1946 bis 1950 die Volksschule absolvierte, wurde er nach Westberlin in ein Schülerheim der Evangelischen Kirche geschickt, um der zunehmenden Politisierung der DDR-Schule zu entkommen. Er besuchte von 1950 bis 1959 das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster Berlin und legte hier 1959 sein Abitur ab. Von 1959 bis 1965 studierte er Theologie an der Kirchlichen Hochschule Berlins (vor allem neutestamentliche Exegese und Hermeneutik bei Ernst Fuchs), in Zürich (vor allem reformatorische Theologie bei Gerhard Ebeling) und in Marburg (vor allem Hermeneutik bei Ernst Fuchs und Praktische Theologie bei Alfred Niebergall). 1965 legte er das Erste kirchliche Examen bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Marburg ab und wurde als Vikar nach Rauschenberg bei Marburg gesandt. 1966 bis 1968 unterbrach er das Vikariat, um eine Dissertation bei Ernst Fuchs und Alfred Niebergall zu schreiben: „Von der Predigt zum Text. Hermeneutische Vorgaben der Predigt zur Auslegung von biblischen Texten“, München 1970. Mit dieser Dissertation wurde er 1968 von der theologischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg promoviert. Anschließend kehrte er ins Vikariat nach Wolfhagen bei Kassel zurück, legte 1968 in Hofgeismar sein zweites theologisches Examen ab und wurde am 15. September 1968 als Pfarrer der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck in Immenhausen ordiniert. Von 1968 bis 1972 war er Pfarrer in Wolfhagen und Bründersen.

1972 wurde er als Nachfolger von Rudolf Bohren auf den Lehrstuhl für Praktische Theologie an die Kirchliche Hochschule Wuppertal berufen. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren Predigtlehre, Seelsorge und Gemeindeaufbau. 1988 wurde er als Nachfolger von Theodor Strohm auf den Lehrstuhl für Praktische Theologie an die Universität Heidelberg berufen. Zu den gleichen Schwerpunkten seiner Lehre wie in Wuppertal kam noch Hymnologie hinzu. Außerdem hatte er am Predigerseminar der Badischen Kirche in Heidelberg Pastoraltheologie zu lehren. Von 1995 bis 1997 war Möller Dekan der Theologischen Fakultät. Von 1996 bis 2006 war Möller Schriftleiter der Göttinger Predigtmeditationen, einer 1946 gegründeten und in Deutschland weit verbreiteten Predigthilfe. 2005 wurde er emeritiert. Seitdem ist er weiter regelmäßig mit Vorlesungen und Seminaren an der Universität Heidelberg, mit Vorträgen und Predigten in verschiedensten Gremien tätig und publiziert wissenschaftliche Literatur.

Christian Möller ist verheiratet und hat drei Söhne, darunter den Kabarettisten und Autor Steffen Möller. Über die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin gab es mit Steffen Möller zahlreiche Kontakte.

Steffen Möller (rechts) mit Frank Bürger

Der Dialog mündet hinein in die Feststellung: „Zum Raum wird hier die Zeit.“

Sequenzen, die auch in Richard Wagners Parsifal im ersten Aufzug vorkommen und die auch musikalisch anklingen werden.

Seien Sie gespannt auf eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Thema.

Zum Raum wird hier die Zeit (Parsifal)

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