Rezension zu „Kloster Götschendorf“

Berlin. Nun gibt es die ersten Rezensionen zum Buch „Kloster Götschendorf“

Von Frank Bürger

Rezension von Christoph Schneider

Das Buch „Kloster Götschendorf“ ist in seiner Form einzigartig. Abt Daniil, der Chef vor Ort, hat das Erscheinen des Buches mit initiiert und begleitet.

Zum Inhalt:

Es war das Lieblingsjagdschloss von Fürst Leopold IV., dem Vater von Dr. Armin Prinz zur Lippe. Heute hat auf dem Gelände das westlichste Kloster der russisch-orthodoxen Kirche seinen Sitz. Die Rede ist von Schloss Götschendorf in der Uckermark, das der letzte regierende Fürst Lippes 1910/11 erbauen ließ.

Heute sitzt Abt Daniil gerne in einem runden Pavillon aus Holz, in der er gerne Gäste einlädt.

Das Kloster Götschendorf ist das einzige Kloster der Berliner Diözese der russisch-orthodoxen Kirche. Der Russland-Journalist Norbert Kuchinke stieß auf seiner Suche nach einem Standort für ein von ihm geplantes russisch-orthodoxes Kloster in der Nähe Berlins auf das Gelände. Nach anfänglichem Zögern der einheimischen Verantwortlichen halfen schließlich Kontakte in die Potsdamer Staatskanzlei und die Fürsprache von Pfarrer Horst Kasner, Vater der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, aus Templin bei der Verwirklichung des Projekts. Der Macher vor Ort ist Abt Daniil Irbits. Mit vielen Farbbildern beschreibt das Buch Vergangenheit und Gegenwart des Klosters sowie des Herrenhauses.

Das Gut mit Herrenhaus ist seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Arnim, 1910 wurde ein neues Gutshaus errichtet, 1942–1945 war es Jagd- und Gästehaus von Hermann Göring und bis 1975 Ferienhaus der Nationalen Volksarmee, danach des Rates des Kreises und des Ministeriums der Staatssicherheit. Seit 1990 stand es leer, 2007 wurde ein Kloster eingerichtet.

Vor allem die Bezüge zum Leben und Wirken des Autoren sind interessant. Da wandern die Gedanken zum benachbarten Schloss Wartin, wo die einstige Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin oft zu Gast war.

Da wandern die Blicke hin zur politischen und kulturellen Situation in der Uckermark, zu der Familie von Arnim, nach Schwedt, Angermünde und auch nach Polen. Bürger hat mehrere Jahre journalistisch dort gearbeitet und kennt das Merkelland. Er hat persönlich die Eltern der einstigen Bundeskanzlerin getroffen.

Da ist die Begegnung mit der Ukraine, mit Tänzerinnen in einem trinationalen Projekt mit Polen und Deutschland.

Und: Es wird deutlich, der Abt distanziert sich von den Geschehnissen in der Ukraine und von Putin, hilft Ukrainern vor Ort.

Vor allem das reichliche Bildmaterial machen das Kloster erlebbar.

Intensive Recherchen sind spürbar und lassen das Lesen zu einem Erlebnis werden.

Bibliografische Daten

ISBN/EAN: 9783949763304

Sprache: Deutsch

Umfang: 144 S., 100 Illustr.

Auflage: 1. Auflage 2023

Preis: 19,90 Euro

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