

Berlin. Es war ein Ort der Stille. Mit Unterstützung von Jens Ege war es möglich, doch etwas in historischer Kulisse einzutauchen in die Welt des russisch-orthodoxen Klosters Götschendorf.
Von Frank Bürger
Mitglieder des Deutsch-Russischen Forums trafen sich im Kloster Götschendorf. Darunter auch der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck. Es waren die Stunden, als die Wagner-Gruppe kurz vor Moskau für viel Aufregung sorgte. Das Foto mit Platzeck ist öffentlich auf dem Facebook-Konto des Klosterabtes Daniil Irbits zu sehen.
„Matthias Platzeck hat ja nicht nur eine Datsche in der Nähe des Klosters, er ist dort ein gern gesehener Gast. Der frühere Ministerpräsident und Nachfolger Manfred Stolpes liebt die Uckermark…
Wenige Kilometer vom Kloster entfernt ist so das Schloss Wartin gelegen“, so aus meinem Buch. Hier war Hertha Däubler-Gmelin, die intensiv deutsch-russische Kontakte pflegte, gern gesehener Gast und Freund der beiden Professoren. Einer von ihnen verstarb vor wenigen Wochen.
Es war etwas Besonderes an diesem Ort das Buch vorstellen zu dürfen.
Die Dorfkirche Alt-Staaken stellt durch ihre Lage und die jüngere Geschichte an der ehemaligen Grenze etwas Besonderes dar. Sie wurde wohl im frühen 14. Jahrhundert in gotischen Formen als rechteckiger Saalbau mit flacher Balkendecke errichtet. Nach einem Brand wurde sie wahrscheinlich 1436-1438 wieder aufgebaut. Umgestaltungen folgten den jeweils herrschenden Baustilen (1712 barock und 1837 klassizistisch) und veränderten das Kirchlein erheblich. Altes Inventar befindet sich im Märkischen Museum bzw. wird heute noch genutzt wie Leuchter, Altarkreuz und Taufe in Formen des Berliner Eisengusses von 1837.
Nach dem Mauerbau entfernte man fast die gesamte Einrichtung unter Aspekten der „Neuen Sachlichkeit“. Durch die Grenzlage 1951/1952, dem Mauerbau 1961 und einer immer schwieriger werdenden Gemeindesituation unterblieb eine Neugestaltung. Aber es gab stets Menschen, die Glaube und Kirche durch die Zeit trugen und sich verantwortlich fühlten. Erst in den Jahren 2000 – 2002 erfolgte eine umfassende Renovierung und Neugestaltung durch den Berliner Architekten Prof. Dr. Karsten Westphal.
Höhepunkte bilden die neue Wandmalerei „Versöhnte Einheit“ und die Schichtglasgestaltung von Ostfenster und Altar.
Der Direktor der Kulturstiftung St. Matthäus, Pfr. Neubert beurteilt das gelungene Werk so: „Die Malerei nach den Entwürfen von Gabriele Mucchi und die Glasarbeiten von Helge Warme bringen aufs schönste zum Ausdruck, worum es heute im Kirchenbau gehen muss: authentisches Zeugnis künstlerischer Zeitgenossenschaft auf hohem Niveau ebenso wie ein authentisches Zeugnis geistlichen Lebens.“ Das Wandbild möchte einen Beitrag leisten zur Überwindung von Teilung und ein Zeichen der Hoffnung setzten in Kirche und Welt. Luther und seine Zeitgenossen, Freunde und Gegner versammeln sich auf dem Wandbild unter dem Kreuz und wollen verfremdend in unsere Zeit hinein wirken.
Die Malerei ist inzwischen weit über die Region hinaus bekannt geworden. Alt-Bischof Prof. Dr. Joachim Rogge schrieb im Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte 2000 unter „Eindrückliches und Ausdrückliches.
Gerade in dieser so kriegerischen Zeit, schaut man in die Ukraine, ist der Tanz des Friedens besonders wichtig, den ich 2014 aufgenommen habe.
Eine weitere Präsentation gibt es am 11. Juli um 19 Uhr im Gemeindehaus Bergstücken, Mendelssohn-Bartholdystraße 12, 14480 Potsdam-Babelsberg.
