180217 Ribbeck
Schloss Ribbeck. Foto: Frank Bürger

Ribbeck (fb). Theodor Fontane steh im nächsten Jahr im Mittelpunkt des historischen Gedenkens. Dazu gehört natürlich Schloss Ribbeck im Havelland.

Hier die besonderen Worte:

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Hier noch ein paar Fotos

Beitrag: Frank Bürger

IMG_5983
Tabakmuseum in Vierraden. Foto: Frank Bürger

Vierraden (fb) Die Landwirtschaft in Deutschland und Polen steht im Mittelpunkt eines internationalen Projektes vor dem Osterfest. Ein Experte wird gesucht.

Das badische Schwetzingen beschäftigt der Spargel, das uckermärkische Vierraden war und ist Hochburg des Tabaks.

Intensiv hat sich das Tabakmuseum mit der Geschichte des Tabaks auseinandergesetzt, wie er nach Europa kam:
„Der wildwachsende Tabak gedieh ursprünglich nur in den tropischen und subtropischen Gebieten nahe des Äquators. Forschungsreisende brachten Pflanzen und Samen aus Mittel- und Südamerika als botanische Kuriosität nach Europa, wo zuerst in Botanischen Gärten der Anbau erfolgte. Durch Züchtung entstanden Sorten, die den klimatischen Bedingungen der Alten Welt angepasst waren. Ende des 17. Jh. gab es in Westeuropa bereits einen wirtschaftlichen Tabakanbau, von hier verbreitete sich die Pflanze bis zum Ende des 18. Jh. nach Asien, Afrika und Australien.

1492 sah Kolumbus auf den Westindischen Inseln erstmals rauchende Indianer. Die Aruaks, die Ureinwohner Kubas und Haitis rauchten Tabak, den sie in ein trockenes Mais- oder Tabakblatt einwickelten. Diese Rauchrolle, nicht die Pflanze, nannten sie tabago. Die Spanier übernahmen die Bezeichnungen auch für die Pflanze und so gelangte das neue Wort in viele europäische Sprachen.“

Die heutige Museumsleiterin Karin Stockfisch hat sich intensiv für die Entwicklung dieses Museums in Vierraden eingesetzt. Die ehemalige Bürgermeisterin der einstigen selbstständigen Stadt Vierraden hat dieses Territorium entwickelt. Höhepunkt des Kalenders  ist alljährlich  nun mal das Tabakblütenfest.

Was ist auf der Homepage dazu zu lesen:

„Vierraden ist ein Glücksfall für die Kulturgeschichte. Der Tabak, der den Bauern seit über 300 Jahren den Wohlstand brachte, hat dem Ort sein ganz besonderes, mit anderen Orten kaum vergleichbares Erscheinungsbild gegeben und lebt noch immer in den Herzen seiner Einwohner.

Mächtige Tabaktrockengebäude, Schuppen aus dunkelbraunen Holzbohlen, massive Tabakspeicher und einfache Feldschuppen prägen bis heute die Hofgrundstücke und sind bauliches Zeugnis des Tabakanbaus als einer bäuerlichen Wirtschaftsform, die sich an den Ufern der Oder, von Lunow bis nach Gartz, erstreckte. Die massiven Scheunen und Speicher entstanden zur Lufttrocknung des damals meistverbreiteten Zigarrentabaks.

Hier in den Orten am Rande des Nationalparks „Unteres Odertal“ und besonders in der Ackerbürgerstadt Vierraden sind diese Bauten als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft noch erlebbar. Charakteristisch sind die zahlreichen Luken und Dachöffnungen zum Be- und Entlüften der Tabakblätter. Mit Wehmut denkt so mancher Uckermärker an die Zeit, als im August auf zahlreichen Feldern der Tabak rosa blühte und der schon in den Hang gebrachte Tabak seinen unverwechselbaren Duft verströmte. Doch der Wandel vollzieht sich auch in Vierraden. Wo vor über zwei Jahrzehnten noch viele Hektar Tabak angebaut wurden, jeder Zipfel Land mit dieser subtropischen Pflanze bepflanzt wurde, ist der Kleinanbau gänzlich zum Erliegen gekommen.

Nur noch ein moderner Betrieb, mit effizienten Pflanz-, Bearbeitungs- und Erntemaschinen, die Uckermärkische Tabak GmbH, produziert auf ca. 75 Hektar, die Kulturpflanze, die für diese Region über dreihundert Jahre von so großer Bedeutung war und die den Menschen Arbeit und Brot brachte. Wenn der Verein für Heimatgeschichte und Traditionspflege Vierraden e.V. und das Tabakmuseum Vierraden jährlich im August alle Gäste zum Tabakblütenfest einladen, dann ist das eine besondere Form der Weitergabe des kulturellen Erbes von einer Generation zur nächsten. Es zeigt die besondere Wertschätzung der Lebensleistung der hier lebenden Generationen von Tabakbauern und den damit verbundenen Sitten und Gebräuchen.

Alle zwei Jahre wird eine neue Tabakkönigin gewählt. Sie muss in Anwesenheit der Festbesucher und vor einer Jury beweisen, dass sie über den Tabak gut Bescheid weiß. Dabei ist ihr Wissen über die Biologie der Pflanze genauso gefragt, wie über deren Anbau, Ernte und Verarbeitung.

Im Tabakmuseum findet aus diesem Anlass immer eine zünftige „Tabakköst“ mit Kuchen und Likör statt.“

Der Vierradener Tabak eignet sich gut als Einlage für Zigarren und war weit besser als sein Ruf. Neben Zigarrenfabriken in der Pfalz, Schlesien, Sachsen und Pommern, die diesen Tabak mit den höher geschätzten Überseeblättern mischten, gab es kleine ansässige Firmen, die Zigarren herstellten.

Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss und Außengelände erklären die Historie und Entwicklung des Tabaks in der Region.

Aber ohne Personen geht es ja nicht:

Der letzte Zigarrenmacher in Vierraden war August Friedrich Koch, der in Heimarbeit tätig war. Als Werkstatt diente die Küche. Der ältere Bruder Gustav Koch betrieb in der Berliner Chausseestraße eine eigene Zigarrenfabrik.

Nun sind wir bei Berlin und der Kurpfalz angekommen…

Hie reine persönliche Bemerkung. Auch mein Großvater war Zigarrenfabrikant. Und die Firma Neuhaus in Schwetzingen, die ihre Lagerkeller in der Lindenstraße in Schwetzingen hatte, genoss nicht nur badischen Ruhm. Die Marke La Paloma Princess des Unternehmens wies auf die Bedeutung des Tabaks hin …Vierraden macht vor, was in Schwetzingen mit Spargel- und Tabakanbau realisiert werden könnte. Wenn der politische Wille da wäre…

Ein grenzüberschreitendes Projekt beschäftigt sich nun mit Agrarpolitik.

Die in Georgien geborene Dozentin Mariam Pirveli doziert an der Universität Stettin.

Sie engagiert sich in dem georgischen Projekt „Moli in Kakheti“ in Tbilisi.

Das Thema einer Reise mit neun Projektteilnehmern ist der Agrarjournalismus in Deutschland und Polen.

Am 30. März sucht sie im Zeitraum von 11 bis 15 Uhr im Raum Berlin / Uckermark einen Journalisten mit Kompetenzen im Bereich der Agrarpolitik.

Ziele der Veranstaltung sollen sein:

Wie sind die Agrarmedien weiter zu entwickeln?

Wie sieht es mit der Finanzierung in Deutschland und Polen aus?

Welche Organisationen und Institutionen beschäftigen sich in Deutschland mit dem Thema Agrarjournalismus?

Wie kann man sich weiter in diesem Bereich international vernetzen?

Inwieweit werden Studiengänge für dieses Genre angeboten?

Hintergrund: In Georgien gibt es eine Vereinigung der Agrarjournalisten
Wie sieht es damit in der BRD aus?

Bei Interesse bitte melden über die Adresse Frank.Buerger@deutsch-polnische-nachrichten.eu

Beitrag: Frank Bürger

 

 

 

 

DSC01179
Jürgen Schneider bewahrt das Erbe des Künstlers Manfred Pietsch. Foto: Frank Bürger

 

Heute inmitten einer „entzauberten“, profanisierten Welt, die durch die moderne
Zivilisation immer mehr und mehr ihres transzendenten Hintergrundes beraubt wird,
sieht sich die Malerei , Musik und die Kunst überhaupt vielfach auf verlorenem
Posten. Die Arbeiten des international renommierten Künstlers Manfred Pietsch laden ein, sinnstiftende Inhalte in Mythos und Musik wieder zu entdecken. Harmonie und Erhabenheit als Energiespender in einer immer unruhiger werdenden Welt zu finden.

(mehr …)

180308 Todeswand
Vor der Todeswand in Auschwitz. Foto: Frank Bürger

Berlin (fb) Gerade mit Blick auf die Shoa wird überall in Deutschland deutlich, wie wichtig das eine ist: Flagge zeigen gegen rechte Gewalt.

Erinnerungskultur ist ein Leitbegriff unserer Gesellschaft geworden, grenzüberschreitend. Unvergesslich bleibt es mir, als sich der einstige EKD-Vorsitzende Wolfgang Huber in der historisch geprägten Friedenskirche von Jauer mit einer fulminanten Predigt zum „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ verabschiedete. Der Genozid an den jüdischen Mitbürgern im  Dritten Reich prägt immer noch das Verhältnis zu Israel, den Vereinigten Staaten, Russland und der Welt.

Und deshalb ist es immer wichtig diese Flagge im Wind neonazistischer Tendenzen wehen zu lassen.

Mit dem Film „Einer von uns“ trat der Uckermärker Kevin Müller als Aussteiger aus der rechten Szene in das Rampenlicht. Der Verein „Polnisch-Deutsche Standortentwicklung“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihm einen Weg aus dem Grauen zu bahnen. Inzwischen setzt er erfolgreich in der Band „Herzblut“ diesen Weg fort.

Die junge Band aus Berlin ist bekannt für laute und vor allem wilde Konzerte.
Gegründet haben sich die 5 jungen Männer zwar erst im Jahr 2015, doch bereits jetzt besitzen sie eine stetig wachsen und stabile Fanbase. Sogar ein Fanclub hat sich gegründet Namens „Herzblut-Streetcrew“!
Ihr Debüt Album „eigene Helden“, welches überall seit dem September 2017 erhältlich ist, wurde ein unerwarteter Erfolg!
Nun Produziert die Band ihr 2. Album.
Mit einem Intro soll es eröffnet werden, das  aus allen Songs einzelne
Textpassagen enthält und von einem Seniorenchor ganz neu Interpretiert wird,
begleitet auf einer Historischen Kirchenorgel.

Als Kooperationspartner konnte Pfarrer Ralf Schwieger gewonnen werden, der vor  neun Jahren den damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck in der historischen Kirche von Ringenwalde traute.

Der Film „Einer von uns“, den der Schwedter Verein „Polnisch-Deutsche Standortentwicklung PoDeSt“ mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ realisiert hat, schildert den Weg des Jugendlichen Kevin Müller in die Neonazi-Szene und seinen späteren Ausstieg. Er zeigt auch einen gemeinsamen Besuch des Jugendkonzentrationslagers Ravensbrück, bei dem sich Kevin Müller den Fragen von deutschen und polnischen Jugendlichen stellte. Die Idee zum Film stammt von dem Vereinsvorsitzenden Frank Bürger, Projektverantwortlicher ist der Bielefelder Politologe Nicolaus Raßloff. Umgesetzt wurde der Film von den Berliner Filmemachern Karoline Hugler und Julian Tyrasa.

Auch in Sachsen-Anhalt in Genthin-Wald gibt es ein Mahnmal, das auf das Grauen in Ravensbrück hinweist. Mit all den Schwierigkeiten ein Zeichen dafür, Flagge gegen rechte Gewalt zu zeigen.

Brandenburg setzt Zeichen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke wird am 13. April erneut die Gedenkstätte Auschwitz besuchen. Woidke, der auch Polen-Koordinator im Auftrag des Auswärtigen Amtes ist, wird dort die Ausstellung „Ordnung und Vernichtung“ zur Rolle der deutschen Polizei in der Besatzungszeit eröffnen. Auf seine Initiative hin wird diese Ausstellung nun erstmals in Polen gezeigt werden.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Holocaust-Gesetzgebung in Polen sagte Woidke: „In Deutschland stellt niemand in Zweifel, dass es deutsche Konzentrationslager waren, in denen Deutsche schreckliche millionenfache Verbrechen verübt haben. Für diese Verbrechen kann es keine Wiedergutmachung geben. Deutschland wird aber auch weiterhin alles tun, um seiner Verantwortung gerecht zu werden und die mahnende Erinnerung daran wach zu halten. Ein Beispiel ist das klare Bekenntnis im jetzt ausgehandelten Koalitionsvertrag, die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz in ihrer Arbeit zu stärken.

Ebenfalls sei dort festgelegt, in Berlin das Gedenken an die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges im Osten im Dialog mit den osteuropäischen Nachbarn zu stärken. Woidke: „Ich unterstütze die aktuelle Initiative zur Errichtung eines Denkmals im Zentrum unserer Hauptstadt, das an die polnischen Opfer der deutschen Besetzung Polens 1939-1945 erinnern soll.“

Woidke wird in Auschwitz vor der Eröffnung der Ausstellung in Block 12 einen Kranz an der sogenannten Todeswand niederlegen und ein Gespräch mit dem Direktor der Gedenkstätte, Piotr Cywiński, führen. Nach der Eröffnung wird Woidke mit Vertretern der Stadt Oświęcim und der Region Kleinpolen zusammentreffen.

Ein klares Zeichen in Baden-Württemberg

Die Landesregierung in Baden-Württemberg zeigt gerade klare Kante gegen Antisemitismus. Im Landtag hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann deutlich gemacht, dass der Schutz der Jüdinnen und Juden und des jüdischen Lebens in Baden-Württemberg zur Staatsräson gehören.

„Niemand gibt heutigen Generationen die Schuld an den Verbrechen der Nazis. Aber wir alle tragen eine Verantwortung für unsere Geschichte und dafür, dass sich so etwas niemals wiederholt. Unsere ganze Geschichte ist Teil unseres nationalen Erbes und unserer Selbstvergewisserung. Und zwar die dunklen Kapitel ebenso wie die hellen.“

Schülerpartnerschaften als Zeichen

Aus dem badischen Ländchen heraus werden bewusst Zeichen gesetzt.  Im Oktober besuchte der Schwetzinger Oberbürgermeister René Pöltl Israel und setzte dabei auch auf deutsch-französische Partnerschaft.

„Ich habe das große Glück und die Freude, gemeinsam mit einer 26köpfigen Gruppe aus unserer französischen Partnerstadt Lunéville gerade in Israel sein zu dürfen. Mit dabei sind u. A. mein Bürgermeister-Kollege Jacques Lamblin, die Beigeordnete Marie Viroux, Jean-Yves Sebban von der jüdischen Gemeinde (der die Reise maßgeblich mit organisiert hat) und viele Lunéviller Bürger/innen – eine tolle Reisegruppe. Unser Reiseziel ist die Wüstenstadt Mitzpe Ramon, weil Lunéville und Schwetzingen gemeinsam für unsere Jugend und interessierte Bürger/innen einen Austausch aufbauen wollen. Auch unsere ungarische Partnerstadt Pápa will mitmachen. Wir wollen damit die besondere und sehr unterschiedliche Geschichte des jüdischen Lebens in unseren Städten würdigen und lebendig halten, und unseren Bürger/innen die Chance geben, auf eigene Weise jüdische und christliche Geschichte hautnah zu erleben. Der Schwetzinger Gemeinderat hat diesem Austausch bereits zugestimmt und wir hoffen, dass wir bei unseren Gesprächen in Mitzpe Ramon eine gute Kooperation auf den Weg bringen können. Vielen Dank von mir an unsere Freunde in Lunéville, dass ich bei dieser außergewöhnlichen gemeinsamen Reise dabei sein kann. Das ist gelebte Freundschaft“, schreibt der Oberbürgermeister auf seiner Facebook-Seite.

So steht nun Anfang Juli ein weiterer Besuch an. Eine Delegation aus Schwetzingen und Lunéville weilt in Israel, um die Schulpartnerschaft vorzubereiten. Mit dabei auch Stadtpfarrer Steffen Groß. In der evangelischen Kirchengemeinde in Schwetzingen hat die Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit Tradition.

Auch in Schwetzingen wurde 2011 der Film „Einer von uns“ im Lutherhaus gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer Thomas Müller, Kevin Müller und Ibraimo Alberto, dem ehemaligen Ausländerbeauftragten der Stadt Schwedt, präsentiert.

Am Holocaust-Gedenktag, 27. Januar 2013 wurde eine neue Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus – „Spiegel der Geschichte“ – auf dem Platz zwischen Rathaus und „Hotel Adler Post“ eingeweiht. An dieser Stelle stand ehemals das Wohnhaus der beiden jüdischen Familien Levi. An dem im Blick auf die neue Gedenkstätte ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sch 72 Künstler beteiligt. Den 1. Preis erhielt Architekt Matthias Braun. Die Gedenkstätte besteht aus einer Gruppe von vier lebensgroßen Menschensilhouetten, die eine Familie darstellen. Die Figuren stehen symbolisch für die Opfer des Nationalsozialismus in Schwetzingen. Die Silhouetten sind aus spiegelpoliertem Edelstahl angefertigt worden. Vor den Figuren befindet sich ein Hinweisschild aus Edelstahl, auf dem sich eine Gedenkinschrift befindet: „Im Gedenken an die Schwetzinger Opfer des Nationalsozialismus und zur Mahnung an die Wahrung der Demokratie, der Menschenrechte und der Grundrechte.“

Auf den Spuren spiegeln sich die Details der Umgebung wider, also Schwetzingen, wo das Unrecht geschehen ist. Zugleich erkennt der Betrachter auch sein Spiegelbild auf den Figuren. Der Betrachter fragt sich, ob nicht auch er hätte damals ein Opfer des Unrechts sein können. Somit wird ein Bezug zwischen Betrachter, Denkmal und Umgebung hergestellt.

Vor allem der ehemalige Dekan Werner Schellenberg und Schuldekan Kurt Glöckler beschäftigten sich intensiv mit dem jüdischen Leben in Schwetzingen.

Beitrag: Frank Bürger